Dienstag, 12. Mai 2009

I'm good, I'm gone.

Was K. und G. vorgemacht haben, passiert jetzt auch hier: mit dem realen Ortswechsel vollzieht sich der virtuelle. Von den Tischtennisplatten wandert man zu den Mülltonnen, von Unterhosen wechselt man auf Boxershorts. Einem geheimen Automatismus folgend.

Der neue virtuelle Schlüpfer: A & B

Donnerstag, 4. Dezember 2008

T S C H : 01 / müsste man mal ne Textstruktur etablieren, die das einfache Zusammenschütten von 2-Zeilern erlaubt, so ne Art Twitter-Krypse, länger als 5 Minuten kann sich kein Mensch konzentrieren, an allem Schuld ist das Internet

NoNoNo

Die Altbau-Tür ist weiß gestrichen. Ich stehe in den Pantoffeln meines Großvaters, die er mir einmal beim Ausmisten seines Kellers geschenkt hatte: "Hier, brauch ich nich mehr."
Heike und Manon steigen die Stufen zum 3. Stock hoch und ich schaue auf meine Filzhausschuhe, kriege meinen Opa verdammt nochmal nicht aus dem Kopf. Muss ich mich noch genau daran erinnern, wie mein Großvater mit dem Malerhut auf der Leiter steht, in der rechten Hand den Pinsel und in der linken das Lübzer Altpils hält. Wie ich ein junges Mädchen bin und er fröhlich zur Musik aus dem Radio schaukelt. Und wie er mir, als ich näher trete, die grüne Wandfarbe durch das Gesicht wischt, dass meine Mutter ganz wütend wird, mein Grandfather und ich aber herzlich lachen. Noch heute liebe ich es, wenn eine Hand wirsch über mein Gesicht streicht wie ein riesengroßer Pinsel mit feinen Häarchen.

Als die beiden Freundinnen oben sind, mache ich mich lustig. Sie sind viel besser angezogen als ich und ich muss mich umziehen. Ich mache ihnen einen Tee in der Küche, setze die beiden an diesen Frühstückstisch, der mit Obstreklame vollgeklebt ist. Manon krallt sich das Katzenvieh. Heike raucht und schaut aus dem Fenster. (Die Blechschildkatze und der Kaffeemohr.)

Es läuft alles darauf hinaus: Gleich werde ich mit den anderen Mädchen hinuntergehen, ich werde meine Boondox in den Kofferraum des Xsara schieben und es wird bedeuten, dass wir wirklich fahren. Unten vor dem Hauseingang werden wir in das French Car einsteigen und ich werde denken, dass dieser Faradaysche Käfig für zwei Wochen unsere Heimat sein wird, unser Rückzugsort, wenn wir im Osten verlorengehen sollten. Und ich werde Heike loben. Dafür, dass sie ihren Wagen Karl (Carl / Autocarl / Autocar / Ottokar / Motorkarl) genannt hat. Und ich werde an meinen Großvater denken. Wieder. An dieses Bild der radikalen Intellektuellen vor 40 Jahren: Hatte er die schwarze Maske über sein Gesicht gezogen und kämpfte. Lolz seufz.

MANON: Und das Mützchen hier; nimmst du das mit?
ICH: Keine Ahnung, muss ich noch gucken.
MANON: Alter.
ICH: Was denn?
MANON: Wir fahrn gleich los.
ICH: K.

Heike, Manon...

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IM GRUNDE aber ja (ja,ja,ja) nur Platzhalter, weil hier ja eigentlich der großartige W E E K E N D (war da nich mal n Hörspiel??) - Text stehen sollte mit allerlei Allerweltsbezügen aus Frankfurt, Schorndorf und Theorieland. Nichtsahnend im Computerstuhl aber (aber,aber,aber) von einer Faulheit gedolchstoßst. Ein DJ TM - Video, das ich hochladen wollte, ist unterwegs gestorben. Bitte so lesen: als performatives Nicht-Tun.

Freitag, 25. Juli 2008

Schulmädchenreport? - - - ? - - ???? (nope)

Kreis Gesicht

Als ich heute morgen lazy breakfast um 11 Uhr mache, blättere ich in der großen deutschen Wochenzeitung von letzter Woche herum und schlage mich durch den Extra-Teil. Die Titelstory über eine Abifahrt nach Südfrankreich weckt auch in mir wieder die Erinnerung an meine / unsere Reise zum polnischen Strand (Bier). In mein Notizheft hatte ich mir damals etwas zu naiv und euphorisch notiert (kam mir beim Durchlesen schon wieder reichlich historisch vor...i have truly changed):


Prerow, Ostsee, 1964

Es ist Nacht und wir sitzen im Beach. Bernd im Nikki, Sarah mit Sonnenbrille. Ich habe Effi Briest, die alte Kaschemme, zum Lesen mitgenommen. Aufklappen - Zuklappen - Wegwerfen. Heute Abend zähln nur die Sterne.

Last Days -
Und dann sind wir -
Das war ja das Tolle.

An diesem Strand in Polen hackt Gott uns mit dem Hackebeil die Kindheit ab.

SARAH: Sag mal nen Wort mit L.
ICH der die Weinflasche, huch, nun doch schon leer getrunken hat: Liebe.
SARAH: Wow.
BERND der alte Zyniker: I will love you all forever. It's a promise.

Es ist cool, dass wir so reden können, denke ich, und trotzdem ist dieser Sonnenuntergang da. Schick uns noch ein bißchen deine warmen Strahlen, Sonne. Thx. Und jetzt kann ich auch langsam aufhören zu reden und einfach weiter mit den Füßen im Sand buddeln.

BERND singt: I need this here...
BERND singt: ...old train to breakdown...
BERND singt: ...Oh please just...
BERND singt: ...let me please breakdown

JJ ist der einzige echte Mensch in dieser Scheiß-Fake-Welt. Wenn die ganze Welt ein Strand-Surf-Video mit JJ wäre, das wäre gut. Verstehst du? Yes. No. Yes!

(Nur Sören hats nicht gerafft: "Ich hau doch nicht mein ganzes Geld für Kohle raus"
Sören, Kollege, Geld stinkt nicht. Geld stinkt nur, wenns nicht schnell genug in Tonträger umgesetzt wird.)



------------------------°0o_-===POST SCRIPTUM===-_o0°------------------------

REZENSION / FAZIT / EXTRAKT: Der Artikel war übrigens nich so toll. N bißchen zu viele Klischees, Wie so n "Jugend"-Mindmap mit allerlei Schlagwörtern. Außerdem aus so einer sensibel, gutmütigen Hochstand-Perspektive geschrieben.

Samstag, 19. Juli 2008

Drei Mädchen für Tsch: 0117 / 0046

Kreuzigung Strokesbaer


Endlich schlugen sie den Strokesbaer am nächstgelegenen Baum auf. Mit ihren tierischen Augen verfolgte die Lupa - durch das hohe Gras vor unerwarteter Entdeckung geschützt - das menschliche Spektakel, das sich an dieser Blutbuche vollzog: gleich einer Kreuzigung wurde der aufgeschlagene Kerl an den Baum gebunden und ohne Hoffnung auf Errettung dem langsamen Sterben ausgesetzt. Klopften sie ihm die widerständige Brust mit einem Hammer weich. Sein siebenschlaggequältes Herz weinte. Hatte er doch mit allem Unrecht? Sie vergaßen seine Beine anzubinden und in einer ganz unmöglichen Szene geschah dieses: Wie gewollt kackte er aus seinem Po heraus auf seine Hacken. Mit einer Akrobatik, die ich nicht erwartet hatte, nie gesehen hatte, kickte er den Scheißehaufen auf seine Knie und schließlich in den Mund. Fraß er seine eigenen Exkremente mit Stärke und Unterwerfung. Ich ekelte mich und konnte nicht wegsehen. War euphorisch. Er stank. Ruslan ?

---

Bricht der Wagen schon wenige Hundert Kilometer hinter der Grenze zusammen. Wir sind in Tsch. Mit Mühe rollen wir den Xsara bis ins nächste Autobahndorf. Der ansässige Car-Mechaniker versichert uns: "Nichts zu machen. Keilriemenriß."

War das also das vorzeitige Ende unserer Tour in den Osten? Wir hatten ja noch nicht einmal den Berg gesehen. - - -°o. Während ich weinte, unaufhörlich weinte (als wenn die Welt an ein Ende gekommen wäre) brachte uns ein älterer Mann, den wir später als Papa Patros (Ruslans Schwiegervater) kennenlernen sollten, Ziegenkäse. Mild und würzig. Nach dem Originalrezept seiner Heimat, wie er uns immer wieder versicherte. Ich wusste aber, dass Kuhmilch darin war. Ich merkte es am Geschmack: Er war blass und dumpf. Ich schnappte mir mit Tränen in den Augen ein Stück seines Heimatrezeptes und wusste, dass es diese Welt ist, dieser Augenblick: meine Erwartungen waren viel größer gewesen und was sich als emotionale Stumpfheit getarnt hatte war Enttäuschung. Pure Enttäuschung über Patros' grüne Strickjacke, seinen griechenroten Schal und seine lächerliche Baskenmütze (dieser Großvaterbart) und Heike und ihre lächerliche Freundin Manon: das war alles falsch. Wo waren die wirklichen Entdeckungen? Flasch.
Wörter, die Heike mag: Konfetti, Zirkus, Flummi, Eisenbahn

Liebesgeschichte zwischen Ruslan und Heike auf dem Heuwagen: schippte er auf; sie lachte jedes Mal, wenn Strohfunken sie trafen, auch wenn er es nicht beabsichtigt hatte. Sie verführte ihn, wickelte den starkbrüstigen Bauernsohn in ihre klebrigen Finger.

Heikes Gerede über Ruslan, dass er der Richtige sei und sie ganz unvermittelt die Liebe gespürt hätte in seinen Augen, in seinen Haaren, seinen Hüften tscher Schönheit.

Ruslans muskulösen Arme und Beine, die aussehen wie übersäht von Brüsten. Sein Tittenrücken und seine Busenwaden, die aus ihm ein mutiertes Brusttier machen; hätte er Milch geben können für eine ganze Säuglingsstation.

(Ma)Ria, das schüchterne Mädchen mit den wildblonden Haaren, hätte ohne Probleme in jedem Märchen mitspielen können. Ihr leichtes Jutenkleid und die zerfahrenen Haare konnten ihre Schönheit nicht verbergen. Im ganzen Dorf war sie beliebt, weil sie mit dem größten Eifer ihrer buckligen Großmutter half und sie aufrichtig liebte. Und sie schenkte jedem im Dorf ihr unbezahlbares Lächeln. Sie war 2 Jahre jünger als Ruslan. Die alten Tanten schwätzten immer, was für prächtige Kinder Ruslan und Ria haben würden - die beiden wurden jedesmal wütend, aber auch verlegen. Der einfache Ruslan merkte nicht, dass sich die hübsche Ria heimlich in ihn verliebt hatte. Die schüchterne Ria merkte nicht, dass Ruslan ihr beim Heuladen verstohlene Blicke zuwarf, während Heike immernoch über die zufälligen Strohfunken lachte und fröhlich "Aufhören! Aufhören!" schrie.

In Ruslans Bauernkopf starben die Ideen wie männliche Küken in der LW-Produktion: Die anwendungsfreie Umgebung erstickte sie einfach.

Ruslans Bauernschläue, die sich nicht in Schulmeisterei ausdrückt. Seine smarter Umgang mit der Umwelt und die unvorhersehbare Richtigkeit dessen, was er tut. Sein Wissen, das am Alltag geschult ist, sowie seine Souveranität mit jeder Situation problemlos umzugehen. Sein Erfahrungsschatz, der über Generationen weitergegeben wurde und sich mit fester Gewalt über unsere Einwände hinwegsetzte ("Beim Heuladen immer eine Hand auf dem Heu lassen, sonst fliegts weg").

Als Ruslan sich dafür entschied (Heike für ihn entscheiden würde), uns zu begleiten, ließ er damit gleichzeitig Ria allein zurück. In der Abwesenheit des verpassten Ruslan warf sie sich einem Säufer an den Hals, der sich allerlei auf seine Jugendgedichte einbildete und immer von seiner Zukunft als Schriftsteller sprach. Sie lebte mit ihm als Schäferin am Rand der Stadt. In den Jahren der Ehe verschwand er jeden Abend und trank maßlos: Soff er die ganze Welt mit Wollust als Rumpfirsich aus. Liter und Gallonen. Auf den nächtlichen Heimwegen floß es dann wieder aus ihm raus: In Poesieströmen aus allen Öffnungen seines Körpers. Seine Schreibe wurde dadurch wirklich besser! Anfangs war es ein einziges Wörtergepullere. Jetzt warf er ganze Brocken. In allen Ecken des Dorfes konnte man sie finden. Gelb, braun und alabaster. In einem November aber hängte sich der Literat aus Versehen an einem Zaun auf, verdrahtete sich durch Hals und Zwerchfell, so dass das Blut nur so aus ihm raus schoß. Ein gewaltiger Kraft-Akt der Liebe schenkte der Welt noch ein letztes Meisterwerk des Herzbluts. Für diesen Geniestreich gab er sein Leben. Ria weinte vor Glück und verkaufte das Werk für eine stattliche Schafherde an einen deutschen Verleger. Keine Frage, das Buch war ein Bestseller. In den Feuilletons lobten sie die Körperlichkeit.

( Würde Heike Ruslan später einfach am Fuße des Berges zurücklassen, ihn mit einem Mal unheimlich plump finden: "So ein Idiot.")

Als wir einmal Pause machen, essen wir Stullen. Siebenkorngefülltes Mischbrot.

Sind wir einen Abend bei Ruslans Familie eingeladen. Die Übereifrigkeit der Eltern und der reichlich gedeckte Tisch. Die 50köpfige Verwandtschaft, die ohne Ankündigung da ist. Ausgelassene Stimmung und ein Heer von Katzen.

Auf dem Dachboden von Ruslans Vater: Hier war allerlei Müll zusammengetragen. Alles was über die Jahre nicht verfiel, wurde hier aufbewahrt. Typischer Fall von Nicht-Wegwerfen-Können. Und auch natürlich haufenweise Allerkitschiges und Lächerliches aufgetürmt in unübersichtlichen Klumpen. Über wandlange Stromkabel und Kleinstlampen leuchtete er die ihm grade liebsten Ramschwaren an.


Meine Touristentheorie: photo.sound.souvenir.

Speichere ich die fremden Orte in Ton, Bild und Ramschwaren. Der Gedanke dahinter ist, die Fremde nicht direkt zu greifen, sondern als Umweg. Die Unmöglichkeit, Eindrücke unmittelbar zu bewahren, potenziere ich durch meine Wahl der Speichermedien. Speichert das Foto einen Moment, der in der fremden Wirklichkeit so ja nie zu Bewusstsein tritt. Unnatürliche Stopptaste. Die Tonaufnahmen erlauben eine Einzelwahrnehmung der Geräusche, die sonst mit allen anderen Sinnen vermengt ist. Das Mikro nimmt Dinge auf, die ganz unterschiedlich vom Normal-Hören sind. Die Souvenire sind schließlich Gegenstände, die in der Fremde zumeist überhaupt nicht verwendet werden. Was ich speichere, ist genau das, was man im Alltag der Fremde nie erlebt. Dadurch wahre ich den Respekt zum Fremden. Ein Video hätte alles zu gewöhnlich gemacht.

Auf dem Compound ist ein Fußballfeld. Wir spielen um eine Runde Vodka pro Partie. Ostblock gegen Westblock. Ich frage, ob ich beim Ostblock mitspielen kann. Unverständnis auf Seiten der anderen.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Tsche Berge: 0014 / 0017 / 0022

[...] Auf der Autofahrt hören wir ein Hörspiel über den berühmten Flamencosänger Camerun, der beim Vater von Paco de Lucia gelernt haben soll, später mit Paco selbst auf der Bühne gewesen ist. Cameruns exzessives Lebenscredo, dass Paco auf spanisch verteidigt: Besondere Menschen brauchen den Rausch, um sich immer wieder in den produktiven Trance-Zustand zu versetzen. Das sei über jedwedes Urteil erhaben. Cameruns wundervolle Klagestimme nach dem Hörspiel als Hörbeispiel. Manon nimmt es mit ihrem MD-Recorder auf.

Manon: "Nu zeig mal her, was du da mitgebracht hast. Zeig mir mal erstmal die Bilder. Wie dus grad bei der Hand hast. (Ich gebe Manon die Fotos) Und das ist der alte Herr Bode? Großartig."

Für die Arbeit am Text ist die Nacht die effektivste Zeit. Ich trinke immer recht viel Kaffee, um geistig auf der Höhe zu bleiben.Ich habe uns, um uns auf die Berge einzustimmen, Petrarcas Notizen zu seiner Bergbesteigung mitgenommen, zusätzlich noch Peter Handkes erstes Serbienbuch und die klassischen Walter-Bode-Photographien, die von der Bergidylle sprechen. Hat aber keinen interessiert.

Hat Manon zum Lesen nur ihre precious Johnny-Knüppel-Comics dabei. Ein Würstling mit Hosenträgern, der bei jedem Hindernis im Alltag zu weinen anfängt. Am Ende jeder Folge zieht er sich eine schwarze Terroristenmütze über den Kopf und sagt etwas wie: "Das Maß ist voll." Im Abschlußpanel sieht man ihn dann immer mit derselben Terrormütze Kart fahren. Großartig.
Wörter, die Manon mag: Wald, Kreis, die Liebe, Asche.

---
MANON: Au, guck mal, was ich hier hab! (sie zieht ihre Socke aus und streckt den nackten Fuß nach vorne zu Heike auf dem Fahrersitz) Und das juckt auch richtig. #%$! Das ist irgendne Prellung?
HEIKE: Da musst du mit Eis-Spray. Musst es zufrosten, dann wirds besser.

Zur Recherche ziehe ich alle mögliche Quellen heran. Literarische und Nicht-Literarische.Hole ich das Ice-Spray aus dem neben mir gebunkerten Rucksack. Ordentlich wie ich war, hatte ich mich auch auf diesen Fall vorbereitet (...nur dieses eine Ereignis würde sich meiner Akribik in der Planung widersetzen...*seufz* Bei euren Gräbern, Heike, Manon, ich schwöre... Es tut mir leid, eintausendmal...)

g

Steht auf der Seite in Klein-Schrift:
Revolution der Kühlung für den Mann und die Frau. Dieses Qualitäts-Produkt lindert jeden Schmerz.
Verwenden Sie "Frozen-Spray" für Schwellungen, Buckel, Huckel, Pickel, kleine Wunden, hässliche Flecken und Körper-Wehwehchen jeder Art.


MANON: Jetzt mach endlich rauf, blöde Kuh.
ICH: No prob.

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Spricht Heike, die am Steuer sitzt, die ganze Zeit von dem Berg, auf den wir unbedingt rauf müssten. 3000+ Meter. Darunter mache es eh keinen Sinn und das Wandern eben auch Ehrgeiz sei. Heike interessiert sowieso nur das sportliche und soziale Moment an dem Ausflug. Ich lese alle Kommentare.Ich hätte mich nie in diese Höhen gewagt. Vom Awala-Berg habe ich nur gehört, dass dort während des letzten Krieges irgendein Fernsehturm kaputtgegangen sein soll.

HEIKE: "Der ehemalige Fernsehturm soll auf einem Plateau in etwa 500m Höhe gestanden haben. Von dort wird es wohl mit euch noch ein 2-Tages-Marsch bis zum Gipfel sein. In 1800m ist die Palat-Alm gelegen, auf 2800 dann die eigentliche Berghütte."

MANON: "Nu lass mal nich mehr über Berge und so reden. Mach mal Radio an. Oder was hast du da für Kassetten?"

Samstag, 5. Juli 2008

ANKÜNDIGUNG "Die Tschen Berge"

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Ja, es ist wahr, nach Ablauf der Jahresfrist hat sich der mysteriöse DS wieder darangemacht, dieses InternetBlog zu aktualisieren. Da aber das Verfassen eines runden Textes wiedermal ein totaler Krampf für ihn ist, wurschtelt er sich - anstatt sie sich der Aufgabe zu stellen! - das Ganze in seiner Faulheit irgendwie zurecht. Zeig doch mal Ausdauer! Wie auch immer, gestern Abend hat er mir das hier per Skype geschrieben:

DS: Äh...na gut, schreib ich für dich halt wieder nen text... na, ich schreib das dann halt stückweise...immer im Konjunktiv wenn mal was nich so gut ankommt, dass ich dann sagen kann, äh, gehörte gar nich zum Text...mach ich dann so und immer nur so in stücken, dass man nich merkt, dass das alles gar nich zusammenpasst, äh hintereinandergelesen ^^ titel mach ich noch anders

Mit der Geschichte "Die Tschen Berge" soll uns ein "richtich geiler Roadtrip" (ich zitiere DS' Worte) erwarten, bei dem es um eine sehr lange Autofahrt und die Besteigung eines wirklich hohen Berges gehtl. Die Helden sind dieses Mal 2-3 Frauen und gegen Ende wird ein Kerl an einen Baum gebunden und zusammengeschlagen! Außerdem will er sich bereits mehr als 10 neue Bezeichnungen für "Auto" ausgedacht haben (Ich fand das Car immer total Spitze). Und es wird Fotos geben! Richtich viele Fotos!! - - - Als er keine Lust mehr hatte, mir mehr zum Inhalt zu verraten, haben wir über das Extra-Menü beim Skype-Manager Hangman gespielt. Er schrieb zehn Mal hintereinander OMAGIU. Ein Hinweis auf den Text? Oh Gott, ich freu mich so. Das Tübinger Wunderhorn bläst wieder!

Samstag, 26. Mai 2007

Tübinger Thesenanschlag: Tom Sawyer Fragmente

Norman Brightsmith: Waldeinsamkeit
[1] Kein Wort googlen sie seltner als das "Himmel! das habe ich alles..."

[2] "Himmel! das habe ich alles in meinem Lande, in meiner Geschichte, rings um mich liegt der Stoff zu diesem poetischen Gebäude; aber eins fehlt: poetischer Geist. Bewundern müssen wir euch, ihr Alten, und die Augen niederschlagen: ihr erhobt Kleinigkeiten aus dem Staube zu einer glänzenden Höhe; wir lassen die ganze Schöpfung um uns öde und wüst trauren, um euch nur zu plündern und das Geplünderte elend anzuwenden."

[3] Herders Begriff vom Mythologiegebrauch ist größtmöglich individuell, größtmöglich dynamisch, produktiv. In Herders 2xx Jahre alten Worten erkennen wir unsere Fluchtchancen: INDIVIDUALITÄT, DYNAMIK, PRODUKTIVITÄT! sind die Namen auf unseren Bannern, die wir zerrissen haben, ein Leben lang mit uns tragen, in unseren Herzen und Köpfen nach einer Woche verloren haben, uns immer schon scheitern ließen, ein wir zu erkennen, die nicht negativ, ironisch, positiv gemeint sind, sondern pragmatisch, in jeder Situation angemessen das Rechte meinend. Die Rechthaberei ist das Trutzschild und die Umarmung, die wir unseren Mitmenschen entgegenbringen.
Sokrates kannte zwei Arten, um seine Mitmenschen von der Wahrheit zu überzeugen: Seinen Freunden gegenüber wandte er die Induktion an, für seine Feinde aber sparte er die Ironie auf. Nun schließt das eine nicht das andere aus und kann sich beides durchaus ähneln und so ist jedes sich-klar-Werden über Sokrates' Worte auch manchmal eher eine Entscheidung über Freundschaft oder Feindschaft, also, Einstellungssache.

[4] Was aber die Aufgabe jeder Mythologie ist, das ist die Belebung.

[5] Das alles ist aber schon immer falsch. Denn je präziser eine Aussage ist, um so mehr lässt sich gegen sie einwenden. Die ruhigsten Menschen sind ja die Synkretisten: Dass die vielseitigsten Galaxien in der Abstraktion irgendwann zu einheitlichen Punkten werden, das ist recht unzweifelbar.

[6] Was sich heutzutage unter dem Wort INDIE versteht, das ist ja eigentlich angewandte Rhetorik: In jeder Situation das Glaubenerweckende zu erkennen und es für seine Ziele zu nutzen.

[7] INDIE heißt Unabhängigkeit. Darum ist das Ideal des INDIE der radikal Undogmatische. Sein sich entwickelndes Wissen über die Welt führt nicht zu einem aaaabsoluten Zustand, sondern gerade zur Offenheit für immer neue Erfahrungen.
Offenheit meint aber nicht Nihilismus! Offenheit das ist ja Erfahrung, die sich immer wieder zu bewähren hat. Und was sich bewährt, das hat ja Gültigkeit. Darum ist auch jeder Vorwurf der Morallosigkeit gegenüber der Rhetorik unhaltbar. Was das Morallose an der Rhetorik sein soll, das ist im Grunde ihre Offenheit. Es gibt ja keinen rhetorischen Grundsatz, von dem sich alles weitere deduktiv herleiten würde. Vielmehr eklektisch: Logos, Ethos, Pathos sind die Bereiche aus denen sich die Rhetorik legitimiert. Rationalität, Normativität und Emotionalität haben alle ihre Berechtigung. Wo das angezweifelt wird, da ist es der Versuch aus dem Triumverat eine Alleinherrschaft zu machen.

[8] INDIE ist der temporäre Begriff für eine dynamische Lebensweise. Wofür er steht, standen in der Vergangenheit andere Begriffe, werden in der Zukunft andere Begriffe folgen. Das ist aber falsch. "Wofür er steht" - das drückt ja Konstanz aus. Die sich wandelnden Begriffe sind eher Ausdruck der ständigen Wiederbelebung, Wiederanpassung an das Lebendige.

[9] "Kurz! als poetische Heuristik wollen wir die Mythologie der Alten studieren, um selbst Erfinder zu werden."

[10] "Lernet von ihnen die Kunst, euch in eurer ganz verschiednen Sphäre ebenso einen Schatz von Bildern verdienen zu können."

[11] Das Spiel ist von allen Veranstaltungen die produktivste. Die Unbedingtheit des Spiels ermöglicht die Anwendung nahezu aller Tätigkeiten unabhängig von ihrer rationalen, normativen oder persönlichen Fragwürdigkeit. Es ist der Pakt der zeitlich begrenzten Simulation, der dies ermöglicht. Die Eigenheit des Spiels ist ja die Erschaffung eines bestimmten Spiel-Kontextes, der die Tätigkeit über seine anderen Kontexte hinweg bestimmt. (Ich denke an Wahrheit oder Pflicht, Boxen) Grundzug jedes Spiels ist die Umdeutung von Tätigkeiten und bestehenden Handlungen in Spielhandlungen.

[12] Das Fragmentarische ist ganz und gar nicht Pflicht. Es ist ja Spiel mit bestehenden Mustern. Wenn schon nicht Neuschaffung, dann wenigstens Neukombination. Retro.

[13] In meiner Kindheit hatten wir drei Kassetten, die wir jeden Abend gehört haben: Eine Knight Rider-Folge, in der KITT in ein Säurebad geworfen wird; eine Kassette mit der Reise des Columbus auf der einen und den Diebstahl der britischen Kronjuwelen auf der anderen Seite; eine Kassette mit Heinz-Harald Kunze und dem Dirty Dancing Soundtrack. Ich möchte das um keinen Preis gemisst haben.
Frau W. erzählte mir, wenn sie noch einmal jung wäre, würde sie nur noch mit dem Wohnmobil durch die Länder reisen. Ihre Wohnmobilreisen waren immer so wunderbar. Verdammte Romantikerin! In der Erinnerung redet sie sich alles schön zurecht!!

[14] Half-Handed Cloud - Feed Your Sheep A Burning Lamp

Freitag, 27. April 2007

Ein Gespräch wie bei August Wilhelm Schlegel, das stelle ich mir vor, wenn ich an die Zukunft denke, die ungewisse Zukunft nach dem nächsten Knall, wenn die Sonne vom Himmel knallt, mit aller Wucht auf uns drauf knallt, fragt: Wo seid ihr gewesen an diesem Morgen, waffenfähige Jugend, als sich das Schicksal der Erde entschied?

Calalllala-NaflaflaProfessor W. spricht in seiner Vorlesung zur europäischen Aufklärung von den zwei Weltmodellen, die sich heutzutage im Widerstreit befinden, wobei das andere das ökonomisch-zynische Modell ohne Moral ist. Und sicherlich sei das ein wenig polemisch, aber eigentlich wollen wir von dem Modell der Aufklärung sprechen, das eben nicht nur funktionalistisch! (Krach aufs Pult und giftige Blicke, dann zufriedenes, bubenhaftes Lächeln) sei, sondern wesentlich komplexer, immer selbstreflexiv. Einem Diderot, der sich im größten Schmerz Argument für Argument selbst widerlegt hat. FREIHEIT, FORTSCHRITT, UNIVERSALITÄT! Um die Schaffung einer neuen Ideologie mit der Anti-Ideologie zum Thema, darum geht es, um die Mitreflexion aller Negationen, den fortwährenden Versuch der Erziehung zur Menschheit, in einem allesumfassenden Projekt, die Gesamtheit der Energien in die Gesellschaft der Individuen zu überführen und sich abzugrenzen von den religiösen Systemen! Aufklärung - das ist der Traditionsbruch auf allen Ebenen, der Eintritt ins Vakuum, das es selbstzerstörerisch zu füllen gilt, bis letztlich der Schuss in den Kopf die Grenzerfahrung bringt, das immerwährende Mantra des Whereism Y Mind, das die wichtigsten Kreditinstitute der Welt einstürzen lässt und das neue Zeitalter, das goldene Zeitalter wird da sein, ist schon da, in den Köpfen der 50 Millionen, 50 Millionen Menschen gehören bereits dem neuen Typus des Homo futurus an, deo gratias, sind die Propheten der neuen Zeit, die das Freiheit, Fortsch und Univer lehren, in allen Teilen der Welt, sich zum Opfer des neuen Zeitalters machen, hingestreckt liegen auf dem Altar und der Schnitt geht durch den Leib, werden die Eingeweide dem kommenden Gott, werden Dionysos Unitas übergeben, als das höchste Ziel auf Erden. Homo proponit sed deus disponit. Ist mein Herz ein Schwert.

NEW YORK HARALD TRIBUNE, NEW YORK HERALD TRIBUNE!!

Dieser Schall?? ---°°°---°°°---~=} Jean Seberg schlendert vor dem Brecht-Bau in ihren schwarz-weißen Klamotten, die ganz bezaubernd zu ihrem Kurzhaarschnitt passen.

Est-ce que tu m'accompagnes à Rome? Das darf ich wohl noch fragen. Zum Papst nach Rom, zu dir nach Haus - sind die Friedensfahnen meiner Seele. Die moderne Frau ist die moderne Religion des Mannes, ist der tiefe Spiegel seiner Seele. Narziss und Echo.Jana-Sababa1

Jens Lekman - You are the Light

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